Der Schmerz der Engel

Jón Kalman Stefánson, Der Schmerz der Engel, Piper Verlag, 355 Seiten, 19,99


Island vor 100 Jahren: Die Winter sind kalt und lang, die Nächte dunkel und still. Die Leute sagen, dass man die Fische auf dem Meeresgrund atmen hören kann. Der Schnee fällt so dicht, dass er Himmel und Erde miteinander verbindet. In so einer Nacht liest der Waisenjunge bei Schnaps und Kaffee den Gästen und Bewohnern in der Gaststube aus Othello vor, als Jens der Postmann vor dem Gasthaus erscheint.

Er ist auf dem Sattel festgefroren und gerade knapp dem Tode entronnen. Im Gepäck hat er eine unförmige Kiste und die Post für die Ansiedlung. Kaum hat er sich von den Strapazen erholt, bekommt er einen gefährlichen Spezialauftrag, bei dem ihm der Junge an die Seite gestellt wird. Mit dem Boot brechen Sie nach Norden auf, quälen sich orientierungslos bei Schneesturm durch die Berge und finden doch immer wieder irgendwo  in der Einöde Unterschlupf.


Jón Kalman Stefánson erzählt mit eindringlichen Worten vom existenziellen Kampf der Menschen gegen die Naturgewalten und macht ihn spürbar. Der Leser wird in den harten Isländischen Winter katapultiert, spürt die Kälte, die Angst, den Hunger und die ständige Gefahr für Leib und Leben. Nach der Lektüre dieses Romans kann man sich das harte, entbehrungsreiche Leben im Winter auf Island wenigstens ansatzweise vorstellen. Mit " Der Schmerz der Engel" ist Stefánson wirklich ein Meisterwerk gelungen.

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