Buchbesprechungen

Zehntelbrüder

Roman von Ruth Cerha, Hörbuch gelesen von Robert Stadlober, Lübbe Audio, 19,99 Euro

Wenn Mischa beginnt von seiner Familie zu erzählen, dann hört sich das zunächst völlig chaotisch, aber auch unglaublich spannend an. Er ist der Sohn von Margit, der Ziehsohn von Jenny, der Halbbruder von Juul, der Neffe von Bea und noch Vieles mehr. In einem denkwürdigen Gespräch versucht er es Max, dem 5jährigen Sohn von Toni und Janek, dem Ex-Mann seiner Mutter, zu erklären.

Sehr viel später werden sie sich darauf einigen, so etwas wie Zehntelbrüder zu sein, weil Max wirklich gerne „verwandt sein“ möchte. Auch den Eltern von Hannah, seiner Freundin, kann Mischa nicht erklären, wer er nun eigentlich ist, deshalb möchte er die gar nicht erst treffen. Aber ist das nicht eigentlich auch egal? Nicht so ganz, denn im Laufe von Mischas Erzählen, und er macht das wirklich gut, wird klar: Eine Familie kann so manche Grausamkeit bereithalten, mit der man dann leben muss, aber sie ist auch ein nahezu unverzichtbares Netz, das auffängt und hält.


Ein buntes, modernes Familienkaleidoskop breitet Ruth Cerha hier vor ihren Lesern aus. In ihrer ruhigen Erzählweise zieht sie ihre Leser vollkommen in den Bann dieser Familie. Ein Übriges trägt Robert Stadlober dazu bei, der sich beim Lesen vollkommen in Mischa hinein zu versetzen scheint.

mitteilen




Zurück

 
nach oben