Buchbesprechungen

Missing. New York

Don Winslow, Droemer, 14,99 Euro

Obwohl der amerikanische Autor Don Winslow seit einigen Jahren zu den ganz großen amerikanischen Krimiautoren gehört, ist sein Bekanntheitsgrad in Deutschland doch überschaubar. Zu brutal und schräg sind seine Tarantino-artigen Thriller „Kings of Cool“ oder „Zeit des Zorns“. In seinem neuen Roman geht Winslow es zwar genauso spannend aber in Handlung und Sprache deutlich ruhiger an. Dafür hat er in den letzten Wochen auch durchaus schon Renzensentenschelte einstecken müssen.
Die Story: In der US-Kleinstadt Lincoln verschwindet die siebenjährige Hailey. Es folgt der Leichenfund eines weiteren vermissten Kindes und ein Verdächtiger wird gefasst. Der Fall gilt als abgeschlossen, nur Detective Sergeant Frank Decker hat Zweifel. Er glaubt, dass Hailey irgendwo versteckt wird und lebt – während die Uhr tickt. Er beendet seine kriselnde Ehe und kündigt seinen Job (das mag man für realistisch halten oder nicht), um sich quer durch die USA auf die Suche nach dem Mädchen zu machen. So landet Frank Decker schließlich in New York City. Dort erscheinen ein Modefotograf und ein seltsamerweise dem kleinen Mädchen wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich sehendes Model extrem verdächtig. Prima, wenn das die Gesuchten sein sollten. Das Thema ist natürlich nicht neu: Einsamer Kämpfer ermittelt auf eigene Faust um die Schwachen zu beschützen und die Bösen zu bestrafen. Und damit sei auch allen nicht so begeisterten Kritikern Recht gegeben. Trotzdem ist dieser somit fast klassische Krimi ein sehr gelungener Auftakt zur neuen „Frank Decker-Reihe“. Und die etwas sanftere Sprache ist gar nicht so übel.

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