Buchbesprechungen

Jeremiah Pearson - Die Täuferin, Historischer Roman

Böhmen 1517. Die 17jährige Kristina macht sich mit einigen Gleichgesinnten auf den Weg nach Deutschland, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr sicher ist, denn dort wird sie als Ketzerin verfolgt. Allerdings ist das auf ihrer Reise und später in Würzburg nicht anders. Kristina ist nämlich begeistert von Büchern und den Geschichten die sie erzählen. Eher ungewöhnlich für das ausgehende Mittelalter: sie versucht, den Menschen das Lesen beizubringen. So übersetzt sie Teile der Bibel und andere Texte und unterrichtet damit Interessierte, denn solche gibt es tatsächlich. Das kommt natürlich bei den Oberen gar nicht gut an und so setzen sich Ketzerjäger auf Kristinas Spuren. Bald gibt es nur noch sehr wenige Menschen, denen sie trauen kann, und darunter ist ausgerechnet Lud, ein mehr als hitziger Bauernkrieger. Notgedrungen geht sie auf einen Pakt mit ihm ein, und hofft damit, ihrem großen Ziel ein bisschen näher zu kommen. Ihr ist schon seit langem klar, dass ihr der große Traum vom Bücher lesen und schreiben wichtiger ist, als ihr eigenes Leben.
Oha, da kommt mal der große Markt der historischen Romane in Bewegung! Jeremiah Pearson ist Amerikaner, bei Stephen King in die Schule gegangen und hat bisher großen Erfolg als Drehbuchschreiber. Da schreibt man ja eher kurz und knackig und das hat er glücklicherweise mit in sein großartiges Mittelelterepos genommen. Das Ergebnis ist eine gut voran gehende Story, so deftig, wie es sich gehört, aber fast ohne lästige doppelte Adjektive. Begeisterndes Kopfkino also, auf dessen Fortsetzung alle sehr gespannt sein dürfen. Ausschau halten nach der Freiheitsbund-Saga!

Lübbe Verlag, 19,99 Euro

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