Buchbesprechungen

Fünf Kopeken

Roman von Sarah Stricker, Eichborn Verlag, 19,99 Euro

Und im Prinzip sieht es die Ich-Erzählerin ohne Namen und Tochter dieser hässlichen Frau auch so. Trotzdem versucht sie immer mal wieder, dem Gesicht ihrer Mutter ein wenig mehr Leben einzuhauchen. Sie bemerkt aber auch, dass jetzt, am Ende des Lebens, ihre Mutter eine freundliche Veränderung durchlebt. Neugierig macht sich die Ich-Erzählerin ohne Namen auf eine Spurensuche. Wie war das eigentlich damals mit Großvater und Großmutter? Wie haben sich Vater und Mutter kennengelernt? Ist die ständige Angst der Mutter wirklich eine Auswirkung des Krieges? Und muss man gewissen Verwandten gegenüber tatsächlich Komplexe haben?


Sarah Stricker geht all diesen Fragen in einem beiläufigen Plauderton auf den Grund. Lässt hier mal ein wenig tiefer blicken, streift eine andere Begebenheit nur kurz und verliert dabei nie den roten Faden, der durch diese leicht chaotische Familiengeschichte führt. Damit ist ihr ein 500 Seiten umfassender, fulminanter Debütroman gelungen, der ein rundherum kompletter Schmöker der besten Kategorie ist.

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