Winter

„Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ und „Deutschland sucht den Superstar“ beherrschen mal wieder die Mittagspause in der Firma. Es muss Jahresanfang sein. Am Wetter konnte man das ja bislang noch nicht wirklich festmachen, bei dem ganzen Vogelgezwitscher da draußen. Aber Rettung in Form von Kälte und sogar dem ersten Schnee ist in Sicht, und bevor die ersten Blumen sprießen, fällt hoffentlich endlich mal ne Runde Schnee. Auch wenn ihr mich dafür hassen werdet: von mir aus mindestens wie letztes Jahr. Reichlich Weißes von oben, was lange liegen bleibt und dazu knackige Minusgrade. Denn fast nichts ist cooler als dick eingepackt irgendwo weit draußen durch schneebepackte Ecken, ohne Stadtlärm oder ähnliche Tristesse, zu spazieren. Und selbst wenn: Auf der zugefrorenen Alster in Hamburg spazieren zu gehen ist mehr als ein Erlebnis und nur alle Jahrzehnte mal möglich. Und was viele nicht so auf dem Schirm haben: Nord- und Ostsee. Denn wenn es erstmal ein paar Wochen ordentlich gefroren hat, ist auch das ein einzigartiges Schauspiel und leider auch mittlerweile viel zu selten. Allerdings hört man ständig nur Genöle und bekommt den reinen Hass ins Gesicht, wenn man sich positiv über Schnee äußert. Mit welcher Begründung? Irgendwie immer wegen dem Weg zur Arbeit. Abgesehen davon, dass die Straßen nach einem Tag (meistens…) gut geräumt sind, scheinen diese Leute ihre Wohnung sonst aus keinem Grund mehr zu verlassen. Wenn einem 12 Grad und wochenlanger Regen lieber ist… Selbst schuld sach ich mal. Dennoch ziemlich merkwürdig oder fast absurd, wenn ich bedenke, dass Freunde auf der rechten Seite der Weltkugel in Australien grad bei fast 50 Grad plus und Waldbränden gargekocht werden, während andere Freunde von mir wiederum links oben in Kanada bei 50 Grad minus das Gegenteil erleben. 100 Grad Unterschied ist schon eine Hausnummer, und so brauchen wir uns eigentlich dann doch nicht beschweren bei unseren Pipitemperaturen. Aber genug vom Wetter.
Man hat sich endlich auf eine Regierung einigen können (GroKo – was für ein, hust, toller Name dafür) und palavert eigentlich nur über die Rente. Aber diese Diskussion geht ja nu eigentlich seit 15 Jahren so. Und nachdem ja jeder befürchtet hat, die Rente mit 70+ wird bald kommen, heißt es nu: Volle Rente mit 63 bei 45 Beitragsjahren. Mal ab davon, dass das nun mal ein paar Milliardchen kostet, ist das für mich als Arbeitnehmer erstmal eine faire und gute Idee. Denn wer von früh an lang und permanent knüppelt, verdient auch frühzeitig seine Rente. Jemand, der mit 30 langsam mal inne Puschen kommt, dann auch nur unregelmäßig mal knechten geht und jeden zweiten Wecker überhört, soll gefälligst ein paar Jahre hinten ranhängen. Das in dieser Neuerung aber schon wieder eine stufenweise Anpassung steckt und alle ab 1964 geborenen dann doch bis 65 stempeln lässt, ist wiederum nix Halbes und nix Ganzes und bringt mich fast zurück zum Anfang. Viele Arbeitgeber schlagen mangels der eh schon knappen Facharbeiter die Hände über den Köppen zusammen. Diese müssen seit Jahren aus dem Ausland geholt werden, weil hierzulande nix oder weniger Gutes aus den Elternhäusern stolpert. Meiner Meinung nach muss das Rentensystem komplett neu angefasst werden, was aber niemand wagen wird. Auch zieht man einem Endfuffziger und seiner Familie bei langer Arbeitslosigkeit alles bis hin zum Hausschlüssel aus der Tasche, wofür er Jahrzehnte geknüppelt und nicht wenig Steuern gezahlt hat, während jemand, halb so alt und ohne Pläne jemals vernünftig arbeiten gehen zu wollen, darüber nur müde lachen kann. Denn beide bekommen dieselben Bezüge zum (über)leben. Dass die Schere alle in zwei große Teile schneidet, ist aber auch kein Wunder. Denn dass den Kids und deren Eltern an sehr vielen Grundschulen seit Jahren schon mitgegeben wird, dass Rechtschreibfehler nicht korrigiert werden sollen, Punkt und Komma doof sind und Lautsprache der Hit sei, lässt sich im Chantalismus verseuchten Land bereits in höheren Klassen und allen sozialen Netzwerken beobachten. man schreipt aless ergentwi one pungd unt koma unt klain wail is egaal… Das kann ja was werden….

mitteilen




Zurück

 
nach oben