Während der Sommer mal wieder falsch abgebogen ist...

Während der Sommer mal wieder falsch abgebogen ist, wird wieder etwas mehr Zeit im Internet verbracht, wo man gerade super beobachten kann, wie sich Leute vor allem wegen einem Thema mächtig die virtuellen Köppe einschlagen.
Um noch mal das Thema meiner vorletzten Kolumne (www.afterdark.de/boerbels-welt-detail/items/irgendwann-in-vielen-jahren.html) aufzugreifen: Mittlerweile artet das so dermaßen aus, dass jemand ein Bild von einem süßen Kätzchen oder ´ner kaputten Heizung posten könnte und sich die Diskussion am Ende um Flüchtlinge oder Asylanten dreht. Ist dasselbe? Nö. Asylanten = Personen, die durch ihren Staat politische Verfolgung erleiden (vgl. Edward Snowden oder die Judenverfolgung im 2. Weltkrieg) – Flüchtlinge = Personen, die aufgrund ihrer Rasse, Religion oder sozialen Gruppe in ihrem Heimatland Gefahr durch Parteien, Organisationen, o.ä. droht. Nur mal so am Rande.
Ich geh der ganzen Internet-Trollerei eigentlich lieber gern aus dem Weg, aber zurzeit springt einem das ja mitten ins Gesicht. Das Schlimmste ist, mittlerweile wird ja alles ungeprüft geglaubt, geliked, geteilt und somit wie Feuer in der Welt verbreitet, während man mit wahren Fakten nur gegen die Wand rennt. Jeder fragt sich gleich, warum schenkt mir keiner was? Es wird von einem „Begrüßungsgeld“ von mehreren Tausend Euro geredet. Hat irgendwer erzählt, der da irgendwas macht. Aha. Und wenn die bezahlen, ham die immer ein Geldbündel in der Hand. Soso. Arbeiten tun die alle auch nicht! Das ja’n Ding. Und die Männer haben oft einfach Frau und Kind zu Hause gelassen. Wie unmenschlich! Die haben ja alle Handys! Sowas.
Jetzt mal Klartext: Das Begrüßungsgeld existiert schlichtweg nicht und ist ein schnell verbreiteter Irrglaube. Und natürlich haben die Bargeld in der Tasche. Oder sollen sie schon vor ihrer Flucht ein Konto bei der hiesigen Bank eröffnet haben? Und weil Asylanträge oft über ein Jahr bearbeitet werden, dürfen Asylbewerber ganz einfach nicht arbeiten. Dass die Familie oft erstmal zurückbleibt, weil eine Flucht durch die Sahara, durch Kriegsgebiete und mit bewaffneten Schleppern über das Meer eventuell für Frau und Kind zu gefährlich sind (oder sie schon tot sind!) und der Mann seine Familie später über sichere Kanäle nachzuholen versucht, sollte verständlich sein.
Und Handys? Ist DAS heute etwa das Symbol für Wohlstand und Reichtum? So’n Prepaid Handy bekommt man heutzutage für ein paar Euro und womit soll man denn sonst Kontakt in die Heimat halten? Ne Postkarte schreiben an eine Adresse, wo nur noch ein Bombenkrater ist? Und ja, Deutschland nimmt einen Spitzenplatz bei Asylanträgen ein: Pro tausend Einwohner 2,5 an der Zahl. Schweden z.B. hat aber 8,4. 2014 sind 70,5 Prozent aller Asylanträge in Deutschland übrigens abgelehnt worden (vor allem aus dem Kosovo), während die anderen 29,5% (z. Z. überwiegend aus Syrien) ein 3-jähriges Bleiberecht bekommen. Nicht für immer, wie viele annehmen. Auch hält sich hartnäckig das Gerücht, die ganzen Flüchtlinge seien ungebildet, ****** zu Hause in die Ecke und seien immer arm gewesen.
Fakt ist: Gerade aus Syrien kann oft nur der Mittelstand und die Oberklasse flüchten, denn der Rest kann sich das überhaupt nicht leisten. Da kommen viele Akademiker, Ärzte, Journalisten – verfolgt von der ISIS, weil sie den falschen geholfen haben oder der falschen Volksgruppe angehören und nun alles verloren haben und das bisschen Geld (alleinstehende Leistungsberechtigte erhalten 140 Euro im Monat innerhalb einer Gemeinschaftsunterbringung, außerhalb 212 Euro) der Familie senden. Und was die Zuwanderung von über einer Million angeht: Fast eine Million wandert pro Jahr auch aus Deutschland aus! Islamisierung? Drei Viertel der Zuwanderer kommen aus Europa, 60% aus der EU. Davon sind fast alle Christen.
Darüber hinaus sollte sich jeder mal Gedanken über demografische Auswirkungen machen, denn wir brauchen mehr Kinder, welche später in die Rentenkassen einzahlen und unsere Rentner bezahlen. Wir können das anscheinend ja nicht allein. Auch sind viele Einwanderer bereit, in der Pflege zu arbeiten, was hierzulande vielen zu anstrengend und zu schlecht bezahlt ist. Dazu kommen ein Fachkräftemangel und unzählige unbesetzte Jobs und Ausbildungsplätze, weil der eine oder andere hierzulande wohl nicht mehr ganz so helle oder motiviert ist. Zuletzt: Was wäre das Leben hier ohne internationale Vielfalt?

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