Und plötzlich war es alles schon wieder da…

Weihnachten, Silvester und der ganze Schiet. Mal davon abgesehen, dass ein Jahr mittlerweile gefühlt in 6 Monaten rum ist, kann man gar nicht oft genug erwähnen, dass die ersten Schoko-Weihnachtmänner auch mal wieder gern erst im November die Läden stürmen dürfen.

Nein, im September sterben bereits einige von ihnen bei 30 Grad Außentemperatur den Schokosoßentod und im Dezember bekommt schließlich kaum noch einer Schoki oder Marzipan runter, weil wochenlang nix anderes gefuttert wurde und von den geplanten 7 Kilo zunehmen schon 6 erfüllt sind. Der Rest geht für die drölfzig Weihnachtsbraten drauf.


Während ich hier am PC sitze, haben wir November und ich sehe im Geiste schon die LKW mit Ostergerümpel vorfahren. Da muss man wirklich aufpassen, nicht vom Marketingstrudel und seinem Umfeld mitgerissen zu werden. Es geht in den Städten nämlich schon gut los mit anderen Leuten in die Hacken fahren, gegenseitig anmotzen, weil jeder Recht, Vorfahrt oder einfach einen an der Marmel hat. Das Fest der Liebe naht also unaufhaltsam. Und gleichzeitig auch wieder der Pulk an gestressten Leuten, die an den Wochenenden und besonders kurz vor Heiligabend eher an ein Circle Pit oder eine Wall of Death bei einem Cannibal Corpse Konzert erinnern, bevor sie sich den Schaum und das Blut wieder vom Mund wischen und für 3 Tage wieder eine liebe Familie sind. Und sich wegen ungewollten, nicht passenden oder nicht funktionierenden Geschenken hoffentlich nicht gleich darauf durch die Wohnung jagt. Aber das Gute ist ja bei Klamotten, dass einfach alles in allen 5 Größen bestellt wird. Kann man ja zurückschicken was nicht passt. Kostenlos natürlich. Oder sich im Laden um die Ecke von den paar übrig gebliebenen Verkäufern (die mit Ganzkörperschutz eine Karawane an Kunden („Sind siie hiiiääär alleeiiinääää?“), welche sich auch gern mal selber gegenseitig an die Wäsche gehen, hinter sich her ziehen) beraten lassen und dann online ordern.


Man arbeitet ja gerne kostenlos. Ich meine, das Internet macht vieles möglich, ist bequem und macht viele globale Waren einfach greifbar, da natürlich nicht alles lokal zu bekommen ist. Und es gibt oft ein unschlagbares Angebot. Dass aber vor allem ein paar der ganz großen Onlineshops nicht nur hundsmiserable Arbeitsbedingungen bieten, sondern auch gigantische Steuerbeträge durch Tricks an dem heimischen Fiskus vorbeischleusen, sollte aber irgendwie schon ein wenig zu Stirnrunzeln führen. Mal davon ab, dass diese auch noch mit Preisen jenseits von gut und böse den stationären Handel aus dem Weg schieben wollen. Wenn man nun die Steuerlöcher, Preiskampf und den ökologischen Pakete-durch-die-Gegend-jagen-Wahnsinn mal genauer anschaut, kommt eigentlich nur dabei raus, dass man aufgrund von eigener Bequemlichkeit Arbeitsplätze in die Tonne kloppt, Paketfahrer selbst mit 12 Stunden-Schichten nicht mehr lang kommen und man selber dafür sorgt, dass die Steuern wo anders wieder reingeholt werden. Es wäre jedenfalls wünschenswert, wenn der eine oder andere mal wieder in irgendeiner Innenstadt auf Entdeckungsreise geht, anstatt die Geschenke mit ein paar Mausklicks zusammenzuklatschen. Bringt eh mehr Spaß.


Spaß haben anscheinend im Moment auch wieder all diejenigen, die an allen Ecken und Enden wieder Metall in jeglicher Form abschrauben, um ein paar Euro zu sparen. Stromleitungen, Bahnschienen, halbe Friedhöfe (Denkmäler aus Kupfer, Wasserhähne) oder an Häusern verbaute Metalle. In Berlin flext man schon die Panzersperren aus dem zweiten Weltkrieg aus den Wäldern. Man könnte meinen, der Discounter um die Ecke hat neben dem Pfandautomaten noch einen weiteren für Metallschrott. Hauptsache, 3,57 Euro „verdient“ und dabei etwas zerstört, was unwiederbringlich ist. Demnächst wird der Nachbar überfallen, weil der eine Titanplatte in der Hüfte hat, die man ihm raussägen will. Mit einigen Leuten scheint echt was nicht ganz in Ordnung zu sein…


Aber mal schau’n, was das nächste Jahr an Kuriositäten zu bieten hat! Bis 2015. Das Jahr, wo endlich Marty Mcfly mit seinem DeLorean nebst Fluxkompensator auftaucht. Zurück in die Zukunft!

mitteilen




Zurück

 
nach oben