Na? Endlich mal Post bekommen?

Na? Endlich mal Post bekommen? Nachdem der große Streikbums, welcher in verschiedenen Branchen das ein oder andere ein wenig lahm gelegt hat, endlich erstmal Geschichte ist, kehrt scheinbar mal wieder Ruhe im Karton ein. Also wahrscheinlich, bis die Urlaubszeit vorbei ist. Das könnte man anschließend nämlich wunderbar mit etwas anderem an Streik verbinden. Ideen? Tipps? Vorschläge? Müllabfuhr wurde schon in Italien erfolgreich erprobt. Wenngleich auch die Mafia mit an Bord war. Klärwerk wär’ auch mal eine Granate. Dem einen oder anderen täten sicher mal römische Verhältnisse gut. Wobei die Römer ja die Kanalisation vorangetrieben haben… Also ein paar der privaten Fernsehsender? Allerdings… wenn’s ein paar Tage kein Hartz IV TV geben sollte, würden sich auf Deutschlands Straßen sicherlich Massaker abspielen, gegen die „The Walking Dead“ aussieht wie die schlimmste graue Heile-Welt Jauche der Öffentlich-rechtlichen Sender. Und dann brauchen wir ja auch quasi schon wieder ein Klärwerk. Ein Teufelskreis.
Also bleiben wir bei der Post. Nachdem man ja anscheinend nach einem Monat Streik alle möglichen ungenutzten Hallen bis unters Dach mit Briefen und Päckchen vollgestopft hat, bis die Vögel vom gewölbten Dach gerollt sind, ist man also bemüht, das ganze Gerümpel langsam mal Richtung Empfänger zu wuppen. Offiziell wurden ja 80% aller Sendungen während des Streiks ausgeliefert. Das erklärt natürlich, dass unzählige Haushalte und Firmen (welche teils täglich normal kistenweise Post bekommen) einfach mal den lästigen Gang zum Briefkasten sein lassen konnten. Es kam nämlich 4 Wochen gar nix. Das müssen aber Einzelfälle gewesen sein. Also ein paar Zehntausend Einzelfälle. Vielleicht auch ein-zwei mehr. Dann eine Gute Nachricht: Innerhalb von 2 Tagen wolle man den Rückstand wieder aufholen. Der Spruch war so schlecht, an das Niveau kommt nicht mal der übelste Mario Barth Flachwitz ran. Denn selbst 3 Wochen nach Streikende kommt überall immer noch Post aus Juni an. Vielleicht tauchen ja noch ein paar unbekannte Seiten aus dem Versailler Vertrag, ein unbekanntes Beatles Album, ein Einschreiben von Martin Luther oder gar die erste Steinpost von Fred Feuerstein in der Post auf. Man weiß ja nie. Vielleicht hat’s ja auch nur so lang gedauert, weil die armen Azubis den ganzen Kram noch trocken föhnen müssen, weil’s in der einen oder anderen Halle etwas undicht und nass war. Alles Einzelfälle.
Aber kommen wir zurück zum Streik. Manchmal wünsche ich mir, der Kopf von so einigen Leuten würde mal streiken. Oder vielmehr der Mund bzw. die Finger, die vor allem im Internet nach wie vor unreflektiert gegen Flüchtlinge und all dem Drumherum poltern und pöbeln. Ohne das Thema hier zum 3. Mal im Detail anfassen zu wollen (Siehe Mai und Juli Ausgabe), kann ich ein paar Sachen aber echt nicht mehr hören. „Warum haben die ein Smartphone?“ – „Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber…“ – „Die werden mit Geld überschüttet und kriegen dazu Begrüßungsgeld, während wir hart dafür arbeiten gehen und ja Steuern zahlen!“ – „Wie viele hast „Du“ denn schon aufgenommen, wenn Du denen schon helfen willst?“ – „Die wissen ja nicht mal, was Toiletten sind!“ – „Die können sich eine Flucht leisten, dann haben die ja Geld genug!“ – „Ja, da ist Krieg, aber so schlimm ist das ja auch nicht!“ – „Wenn das echte Flüchtlinge wären, würden nicht nur junge Männer kommen oder?“ – „Die Schmarotzer kommen ja nur aus den ganzen Urlaubsländern und lassen sich das hier gut gehen!“ Die Liste ist endlos. Und so sinnlos, weil man auf allen Kanälen über diese Themen aufgeklärt werden kann. Aber solange dies so viele einfach nicht wollen und stattdessen sogar freiwillige Mitarbeiter vom Roten Kreuz und der Feuerwehr angreifen, freue ich mich um so mehr über die Hilfsbereitschaft und Solidarität, die gerade von so vielen privaten Gruppen, Organisationen und in meinem Freundeskreis zu erleben ist. Chapeau!

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