Motzen, motzen, motzen

Wenn´s nix zu motzen gäbe, wären alle Deutschen wahrscheinlich Isländer oder so. Egal in welcher Runde man grad in Smalltalk vertieft ist, jemand ist iiiiimmer am meckern. Nur verändern will keiner was. Und schon geht’s in die lustigen Meldungen Volume März. Jeder ist kraaaank, die „da oben“ tun nix für uns und das Wetter ist eh immer doof. Zu sonnig, zu regnerisch, zu warm, zu kalt. Blablabla. Mimimi. Mal ab, dass bei den 143 Leuten vor mir in der Gemeinschaftspraxis für NICHT-Privatpatienten die Hälfte vermutlich nur kein Bock auf Arbeit hatte oder am Schnuppen einen grausamen Tod zu sterben drohte und Husten 2015 anscheinend eine Angelegenheit eines ganzen Monats ist. Da baut einen nur auf, dass gerade ein ganzer Haufen Finanzbeamter aus SH durch ordentliche Mogelei bös aufgefallen ist, weil sie bei ihren Steuererklärungen kräftig geschummelt haben und nun beleidigt sind. Hmm, man kann sich ja nicht mal was bei der armen Kirche leihen. Das Erzbistum Köln z.B. verfügt grad mal über ein Vermögen von 3,35 Milliarden Euro. Das reicht ja gerade mal für 700.000.000 warme Mahlzeiten. Und es gibt viele Gründe, warum die deutsche Sauercrowd bis zum Dach voller Politikverdrossenheit steckt. Aber immer niedrigere Wahlbeteiligungen wie jetzt in Hamburg sorgen nur für noch mehr Chaos. Doch wenn man die Begründungen wie „kein Bock“, „keine Ahnung“, „die machen eh wat se wollen wah!“ oder „ich weiß nicht wie ich heiße oder wo ich hin muss“ hört, wundert es auch nicht, dass einiges den Bach runter geht, wenngleich die Nichtwähler immer am lautesten schreien, es ändere doch nix. Aber doch, da verändert jemand was! Der Pegida Ableger "Direkte Demokratie für Europa“ hat ganz eifrig auf seinen Plakaten Schleswig Holstein aus der Deutschland-Karte wegradiert. Endlich können wir uns also vom Rest der Republik abkapseln und unser eigenes Ding machen. Für viele beginnt Bayern schließlich irgendwo im Hartz und die Schleswig Holsteiner greifen nach der Weltherrschaft! Also, natürlich mit der Norddeutschen Gelassenheit, versteht sich. Schon doll genug, dass einem so ein Verein erstmal erklären muss, warum der Slogan vom schönsten Bundesland der Galaxie nun „Der echte Norden“ lautet. Nu müssen wir vor Hamburgs Toren nur noch ordentlich Sand aufschütten (wenn’s geht nicht den von Sylt) und Stellung beziehen. Aber vielleicht war man beim Gestalten des Plakates auch nur beleidigt, weil hier oben keine Massen durch die Gassen zogen und was von Lügenpresse geblökt haben. Aber schön, dass man uns die Souveränität zutraut. Überhaupt werden die Spaziergänger bei Dingsgida und Co. immer weniger. Und in ein paar Monaten will da wieder keiner mitgelaufen sein. Aber das kennen wir ja bereits irgendwoher aus der Vergangenheit. Ich würd vielleicht einmal flott um den Block marschieren, nachdem ein Theologe grad knackig rausgehauen hat, die Erde wäre eine Scheibe und würde sich auch überhaupt nicht drehen. Galileo Galilei hat also Schmu erzählt. Hab’s immer gewusst. Und warum ich deswegen nu um den Block flitze und demonstriere? Vielleicht krieg ich ja mit ordentlich Schmackes die Erdrotation in Bewegung! Alternativ hätte man auch die Horden weiblicherseits nehmen können, die jüngst in eine der besten Literaturverfilmungen seit Jahrzehnten geströmt sind. Die hätten den Erdkern (Ach nein, ist ja eine Scheibe…) zum glühen gebracht. Fifty Shades of Grey. Der Film mit Zielgruppe Hausfrau aus dem Mittelstand macht weltweit gerade Millionen Damen ganz schrubbelig und sorgt neben Großeinkäufen im Baumarkt für die heimische Bettenbude vor allem für eines: Die falsche Vorstellung von BDSM (bitte selber googeln…). Bin mal gespannt, wann die ersten Pärchen völlig zerschrotet von der Feuerwehr gerettet werden bzw. samt Seilen beerdigt werden müssen, weil die keiner mehr abbekommen hat. Und über filmische Qualität in Sachen Erotik aus den USA müssen wir uns auch nicht unterhalten… Naja. Hauptsache es knattert ordentlich im Gebälk. 

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