Meiiiiiine Herren...

Und Damen natürlich! Bei dem, was im alten Europa gerade so abläuft, kann einem wirklich der Kamm anschwellen. Anstelle dass sich alle einfach mal lieb haben, gehen sich alle gegenseitig an die Gurgel. Extremismus und Terrorismus vor der Haustür? Jap. Wenn auch (leider) nix Neues. Während tausende Kilometer entfernt in Afrika nämlich regelmäßig ganze Dörfer im Namen irgendwelcher Religionen exekutiert werden und dies nur in den „weiteren“ Nachrichten auftaucht, schlagen die schrecklichen Geschehnisse in Frankreich hierzulande natürlich hohe Wellen. Parallel liefen ja vor allem im Pott und im Osten vorher erste „Pegida“ Demonstrationen, welche durch die jüngsten Ereignisse erst richtig Fahrt aufgenommen haben. Also standen Demonstrationen noch größere Gegendemonstrationen gegenüber und nun schweben über all dem schon Terrordrohungen, die der Polizei am Ende keine Wahl lassen und es so zu ersten Verboten kommt. Sagen wir mal so, im Moment brennt echt der Baum und die Medien sowie einige Demo-Teilnehmer schüren den ganzen Aufruhr wirklich gekonnt und kippen mächtig Öl ins Feuer, sodass die Spirale nach oben sicherlich noch lange nicht erreicht ist. 

Dass Religionen, mit ein paar Seiten verschiedener Bücher begründet, ganze Kriege mit endlosem Leid lostreten, sollte mittlerweile echt mal jedem bekannt sein. In der jüngeren Vergangenheit und vor allem noch weiter davor gab es ja eine wahre Hitliste an solchen gigantischen Fehltritten, die bis heute die ganze Welt geprägt haben. Und auch sollten einige doch endlich mal kapieren, dass man nicht alle Menschen irgendeiner Herkunft über einen Kamm scheren kann. Dennoch versucht man nun Hass mit Hass zu bekämpfen. Und auch das hat in der Vergangenheit wie wir wissen ja immer suuuper funktioniert.

Ich bin also nicht so voller Vorfreude, was dieser schlecht schmeckende Cocktail aus Radikalismus, Extremismus und Terrorismus in naher Zukunft noch so bereithält. Aber die Hoffnung, dass alle friedlich nebeneinander so dahinleben können, die hab ich eh aufgegeben. Einige Spezies, egal von welcher Seite, hau’n da ja immer verlässlich feste druff. 

Ein ähnliches Bild in den sozialen Netzwerken: Im Schutze der Anonymität geht jeder auf jeden los, Freunde werden zu bitterbösen Feinden und Kommentare unter einem Post nehmen apokalyptische Anfeindungsausmaße an. Na Gesundheit… 

Immerhin zerlegen sich Pegida, Legida und Dingens gerade selber in Einzelteile und so bleibe ich bei meinen Favoriten „Hogida“ sowie „Blegda“: „Hobbits gegen die Isengardisierung des Auenlandes“ bzw. „Beleidigte Leberwurst gegen die Salamisierung des Abendbrotes“. 

Apropos beleidigte Leberwurst. Eine fette Debatte hat ja folgende Aussage einer Kölner Schülerin ausgelöst: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‚ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen“. Dazu sag ich mal folgendes: „Ich bin fast etwas älter und hab keine Ahnung wie unsere und andere Generationen das dann in den letzten 100 Jahren ohne Internet und hochtechnologisierten Alltag auf die Reihe bekommen haben. Aber ich kann mir lustig an den Kopf klatschen. 4 Mal.“ 

Da sind wir dann also beim alten Thema: Mit 20 Fingern und Zehen gleichzeitig irgendwo was posten (Punkt und Komma fehlt auf den Tastaturen aber anscheinend immer), drölfzig Spiele gleichzeitig daddeln und das Gymnasium mit Einser Schnitt verlassen. Aber bei einer Vorwärtsrolle entzweibrechen oder in einem Meter Pooltiefe wie ein Amboss untergehen. Und sie verfallen beim ersten Schritt aus dem Schoß der Eltern anscheinend in hilflose Panik, weil nicht mehr alles selbsterklärend auf dem Silbertablett serviert wird. Dass die Schulen solche Themen am Rande mal anreißen sollen ist ja okay. Aber mal im Ernst: Fragen und sich auch mal selber kümmern hilft. Ebenso wie das selbstverschuldete auf die Nase fallen und etwas daraus lernen. Auf das Leben im Allgemeinen vorbereiten sollen die Eltern und nebst Google auch überhaupt mal soziale Kontakte. –Echte– soziale Kontakte. 

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