Jaaaaaa, man trifft momentan kaum einen, der nicht wild am fluchen ist.

Baustellen hier, Baustellen dort, Bob der Baumeister ist überall vor Ort. Der Norden rüstet endlich auf und das in solchem Maße, dass einige von uns das Ende davon wohl nicht mehr erleben werden. Fangen wir mal etwas überregionaler an. Denn eigentlich natürlich toll, dass wir hier oben auch mal endlich vernünftige Autobahnen bekommen und man in Berlin wahrgenommen hat, dass wir Nordlichter uns nicht mehr mit Kutschen, Draisinen und Eseln fortbewegen, sondern auch kürzlich von der wahnwitzigen Erfindung des Ottomotors gehört haben. Würden die Bayern sich auf der einen Seite gern vom Rest der Nation abschotten und eine eigene Nation gründen, schnippelt der Rest der Republik Schleswig Holstein und gern auch mal Hamburch dann und wann mal von der Deutschlandkarte ab. Spätestens beim Wetterbericht fällt’s ja schon immer auf: „Überall im Land Sonnenschein und bestes Sommerwetter.“ – Blick auf den Bildschirm: Regen im Norden. „Überall regiert schlechtes Wetter mit starken Regenschauern.“ Wieder der skeptische Blick auf die Glotze: Im Norden strahlt die einzige Sonne weit und breit. Wir finden halt nicht immer statt… Aber das ist irgendwie auch gut so, denn sonst wär’s hier hoch oben oftmals auch nicht halb so toll! Wir sind halt nicht „Überall“.

Zurück zum Teer. Da aus den geplanten 10 Jahren A7 Ausbau ja unter Umständen auch gern mal 20 werden (auf Autobahnbaustellen ist man ja lange Pausen, kurze Arbeitszeiten, wenig Arbeiter, Kummer und Insolvenz gewohnt), sollte man schon mal einen längeren Tag zur Arbeit einplanen. Also so 1-2 Stunden früher los. Oder dann und wann wohl eher auch mal einen ganzen Tag, weswegen Pendler lieber gleich ihr Auto als Zweitwohnsitz anmelden sollten. Und wenn’s kracht halt noch länger. Denn vom Stau mal ab, sind die Leute heute eher damit beschäftigt, vom Unfall Handyvideos zu filmen und gleich online zu stellen. Wie man den Notruf an dem Ding betätigt ist allerdings irgendwie abhanden gekommen. Und da oben druff das Palaver über eine zweite Elbquerung wohl noch fünf weitere Jahrhunderte andauert, wird´s Richtung Südwesten so schnell keine Entlastung geben. Und warum die Planungshelden jetzt für totales Chaos sorgen und mit Asphaltierungsarbeiten auf der Rader Hochbrücke und vorm Elbtunnel anfangen, obwohl man vor kurzem erst genau da schon bei war und da ohnehin schon alles dicht war? Eine Frage für „Wer wird Millionär“. Auch putzig ist die Ankündigung, dass eine Autobahnbrücke bei Hamburg-Stellingen flott gemacht wird. Geplante (!) Bauzeit: 4 Jahre. Nebenbei: Der Eifelturm wurde 1887 in 2 Jahren hingeklatscht. Bleibt zu hoffen, dass alles nach Plan läuft und wir auf den 75km Chaos zwischen Bordesholmer Dreieck und Elbtunnel nicht den Großteil unseres restlichen Lebens verbringen… Wie es gehen kann, wenn private Investoren was anpacken, kann man zurzeit hier in Neumünster beobachten. Vor 10 Jahren weggezogene dürften Probleme haben, sich hier zurechtzufinden. Überall wird weggerissen und neugebaut. Und ehrlich: Das ist gut so. Nach jahrelangem Still- (und Leer-)stand bebt überall die Erde und Baustellen inklusive Kräne und Bagger bestimmen das Stadtbild. Vom einen oder anderen städtischen Fauxpas mal ab, (da dauert eine Straßensperrung auch gern mal ein halbes Jahr länger und bedroht fast Existenzen der Anlieger bzw. hier und da sind die Krater in den Strassen so tief, dass da halbe Autos reinfallen und man nur noch mit einem Panzer unfallfrei voran kommt) gibt man gerade richtig Stoff. Die Stock Guss Werke wurden im Nu weggebolzt und die Baustelle Holsten-Galerie in der Innenstadt hat den Warp Antrieb angeschmissen. Man ist weit vor der Zeit und hat da vor tausenden verdutzten Zuschauern mal eben in gefühlt ein paar Tagen ein ganzes Viertel dem Erdboden gleich gemacht. Das wird ziemlich spannend in den kommenden Monaten. Aber wie gesagt: Veränderung tut der Stadt mehr als gut, denn eines kann ich nicht mehr hören: „Typisch Neumünster!“...
Ansonsten schaun wir doch mal, was bei der Europawahl und vor allem beim brandheißen Thema Bürgerentscheid um den Großflecken bei rum gekommen ist. Da kam nämlich der Druckschluss in die Quere… Und Fußball ist da ja auch noch…

Foto: Erich Westendarp/Pixelio.de

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