Dezember 2016

Deutschland und seine Baustellen


Gerade haben wir in der Stadt ja auch wieder so eine Lachnummer, die hoffentlich jetzt endlich ein Ende findet.
Nachdem ja monatelang niemand auf der Baustelle der wieder geöffneten Schleusau im Schwale Arm anzutreffen war und von 15 Garten- und Landschaftsbauunternehmen, die die Ausschreibung für ein paar olle Hecken, Büsche, etwas Rasen und nen Weg angefordert haben, nur drei mit eher schrottigen Angeboten um die Ecke kamen, lag nun schon wieder alles brach. Die Arbeiten an dieser unfassbar großen Baustelle (gefühlte 10x30 Meter) sind im August 2014 begonnen worden und sollten zur Eröffnung der Holsten Galerie im Oktober 2015 längst fertig sein.
Aber wie es in Deutschland so mit Bauvorhaben ist, es dauert mal wieder alles ein wenig länger. Öffnung und Umgestaltung sollten 680.000 Euro kosten und liegen nun bereits bei 1.2 Millionen. Und daran sind nicht nur erhöhte Giftbelastungen in den geborgenen Betonteilen schuld, die alles nach hinten gezogen haben. Wenn man das lüdde Baustellchen nicht wie geplant bis Dezember fertig gebuddelt hat, sollte man es vielleicht in die Liste der Sehenswürdigkeiten von Neumünster aufnehmen. Denn die Arbeitsgeräte dort verwechselt man vielleicht bald mit uralten Dinosaurierknochen, so lange, wie das alles da schon rum steht… Das Gerümpel setzt auf jeden Fall schon Patina an.
Für ein paar hunderttausend Kröten geh ich im Notfall nach Feierabend da mal rüber und schaufel da ein paar botanische Krüppel hin, und kippe mit nem Bagger (wenn der nach der Zeit überhaupt noch funktioniert) ein bisschen mit Sand durch die Gegend. Börbel der Baumeister.
Im japanischen Fukuoka tat sich grad ein riesiges Erdloch in einer Hauptverkehrsstraße auf, wo man in Deutschland wahrscheinlich 7 Jahre dran rumrepariert hätte. Da war´s allerdings mal schlank in 7 Tagen repariert, als wär nix gewesen.
Apropos Hauptverkehrsstraße. Was hat Mario Barth mit Donald Trump zu tun? Klar, beide will man nicht sehen und man fragt sich, warum die Massen den beiden aus der Hand fressen. Und dass Mario Barth in seiner Karriere irgendwie nur einen halben Fraueneinparkwitz auf die Reihe bekommen hat und vorwiegend das gemeine ErTeEl- sowie Bild-Publikum in die Arenen und Stadien zieht, ist mir zwar ein Rätsel, aber… geschenkt. Dann steht die Hohlbirne eines Tages morgens vorm Trump-Tower. Hier sollen ja, wie viele Berichte gezeigt haben, täglich Demonstrationen gegen den kommenden US Präsidenten stattfinden. Barth, in höchst investigativer Reporterfunktion in New York unterwegs, deckt es dann auf. Niemand ist da! Skandal! Zetert ein paar mal was von Lügenpresse und will eben jener jetzt in weiteren Sendungen das Handwerk legen. Dieses Fischen am rechten Rand ist man ja in Deutschland mittlerweile leider gewohnt, aber der Mario watschelt damit auf einmal tief im Schlamm. Denn die 5th Avenue war während seinem Besuch wegen der Parade zum Veteran´s Day ABGESPERRT und die Demonstrationen finden auch nur abends statt. Weeste? Weeste? Kennste?! Kennste?!
Was war sonst noch? Seit 1970 ist der Bestand von Wirbeltieren um 60 Prozent zurückgegangen. Aber das scheint eh niemanden zu interessieren, wo der Bestand an Denkresistenten Kohlköppen wiederum um 60 Prozent zugenommen hat. Und wer auch in den kommenden Jahren weiter „Merkel muss weg“ schreien will, muss jetzt mit dafür sorgen, dass sie vorher wiedergewählt wird. Ein Teufelskreis! Ich geh jetzt erstmal einen Glühwein kippen...


mitteilen




Zurück

 
nach oben